LAWBER.de

Kostengünstiger Rechtsrat vom Fachmann

Aktuelles

Bis zum Ende der Segelsaison 2005 war die “KHERSONES” regelmäßig auf den Weltmeeren und in vielen europäischen und z.T. auch außereuropäischen Häfen anzutreffen. Die Ausbildung der Kadetten verlief planmäßig und auch das Mitsegeln vieler treuer Freunde des Schiffes war gewährleistet.

Dann kam das Jahr 2006, welches einen sehr tiefen Einschnitt in das bisher erfolgreiche Dasein dieses wunderschönen Großseglers bringen sollte. Der Törnplan war fertig, alle erforderlichen Vorräte waren gebunkert und die Crew freute sich auf eine aufregende und interessante Segelsaison, denn immerhin sollte es gleich zu Anfang zwei Male nach Libyen gehen. Alle daraufhin  ins Leben gerufenen Protestaktionen brachten keine Veränderung der Lage. Verhandlungsversuche mit ukrainischen Regierungsbehörde kamen kaum zustande und wenn, dann ohne das erhoffte Ergebnis.

Im Mai 2008 war eine Gruppe von Mitgliedern des Freundeskreises der “Khersones” in Kerch zu Besuch. Die Teilnehmer wurden dort von ehemaligen Crewmitgliedern und von der Leistung der Universität sehr herzlich aufgenommen. Dabei erfuhren sie, daß das Schiff in diesem Jahr in die Werft gehen sollte, um im kommenden Jahr im Schwarzen Meer wieder Ausbildungsfahrten aufnehmen zu können. Die ukrainische Regierung wollte hierfür einen größeren Geldbetrag zur Verfügung stellen. Ob dieses Vorhaben funktioniert, wird sich im kommenden Jahr zeigen. Das Schiff selbst liegt im Kohle- und Erzhafen von Kerch und sieht äußerlich leider entsprechend aus. Unter Deck ist nach wie vor alles in Ordnung. Die verbliebene Maschinencrew meinte sogar, daß hinsichtlich der Maschine alles klar zum Auslaufen sei. Hinzu kommt aber, daß es zur Zeit keine fachlich geeignete Crew an Bord mehr gibt. Haben die Leute eine ganze lange Zeit zu ihrem Schiff gehalten und waren über Monate anwesend gewesen, so haben sie jetzt doch an anderen Arbeitsplätzen angefangen, um Geld für ihre Familien zu verdienen. Selbst wenn das Schiff irgendwann einmal von der Kette frei kommt, wird es eine Zeit dauern, bis wieder eine qualifizierte Crew zur Verfügung steht. Kapitän Sukhina wird nach seinen eigenen Worten des Kommando auf dem Schiff nicht mehr übernehmen. Er hat sich einer erfolgreichen Augenoperation unterzogen. Trotzdem möchte er die Verantwortung für so viele Menschen nicht mehr übernehmen. Das ist schade, war er doch ein großartiger “Alter”, aber es ist auch verständlich.

Da die deutsche Fa. Inmaris auch in Zukunft das Schiff wieder chartern möchte und die ukrainische Seite hieran nicht desinteressiert zu sein scheint, kam die Frage auf, wer den bei Inmaris entstandenen Schaden in Höhe von einigen Millionen EURO ersetzt, der durch den Ausfall von nunmehr 3 Segelsaisons entstanden ist. Eine akzeptable Einigung mit den zuständigen Behörden der Ukraine kam in der Vergangenheit leider nicht zustande. Somit haben sich Inmaris und der mittlerweile eingesetzte Insolvenzverwalter entschlossen, die Schadenersatzforderung von einem Schiedsgericht entscheiden zu lassen. Das Schiedsgerichtsverfahren wurde am 19. September 2008 durch Annahme beim Arbitrations Board in Washington eröffnet, nachdem jede Seite ihre Schiedsrichter ausgewählt und ein Vorsitzender gewählt wurde. Die erste konstituierende Sitzung muß nun bis zum 19. November 2008 anberaumt werden.

In Odessa liegt ein zweites, baugleiches Schiff, die “DRUZSHBA”, seit ungefähr 2003 an der Kette. Warum dies geschah, weiß hier auch niemand so genau. Hoffen wir, daß es bei der “KHERSONES” in kürzerer Zeit zu einer positiven Wende kommen wird. Sobald ich etwas Neues erfahre, wird es hier veröffentlicht.

[Home] [Amateurfunk] [Khersones] [Aktuelles] [Mitsegeln] [Kerch und Krim] [Mallorca-Hunde] [Unser Hund] [Cutty Sark]

Seitwert