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Hunde aus dem Tierheim oder von Tierschutzorganisationen zu übernehmen, ist eine sehr verantwortungsvolle, aber auch schöne Aufgabe. Meistens sind die Tiere aber alles andere als perfekt. Vielfach haben die Tiere in ihrem zurückliegendem Leben mehr oder minder viele schlechte Erfahrungen gemacht. Daher sind einige von ihnen völlig verschüchtert, andere wiederum neigen zu permanenter Abwehr gegen alles und jeden. Da die Vorgeschichte der Tiere oftmals unbekannt ist, macht eine Ursachenforschung in den seltensten Fällen Sinn, denn man wird diese kaum erfahren. Dennoch sind Hunde aus dem Tierheim oder vom Tierschutz keine hoffnungslosen Fälle. Hier also unsere eigenen Erfahrungen, die sicherlich bei jedem Hund etwas angepaßt werden müssen.

1) Bevor man sich überhaupt für einen Hund entscheidet, sollte man sich überlegen, daß Hunde durchaus 15 oder mehr Jahre alt werden können. Da der Hund ein Rudeltier ist, braucht er seinen Menschen als Rudelersatz sein ganzes Leben lang. Vor der Anschaffung muß aber auch geklärt werden, ob in der Wohnung die Hundehaltung zulässig ist.

2) Bevor der Hund nach Hause kommt, sollte klar sein, wo er sein Lager hat und wo er fressen darf. Weiterhin sollte klar sein, wer mit dem Hund wann Gassi geht und möglichst auch wie lange. Das Lager und der Fressplatz sollten unbedingt vor Ankunft des Hundes fertig sein und genügend Futter sowie ein paar Leckerlies für die ersten Tage müssen sich im Haus befinden.

3) Wenn der Hund in der Wohnung ankommt, sollte man ihn nicht gleich alleine mit sich lassen. Zeigen Sie ihm seinen Fressplatz (im Napf sollte ein wenig Trockenfutter sein und  W a s s e r nicht vergessen) und seinen Lagerplatz. Wenn er sich dort gleich hinlegt, ist es gut so. Dann bleibt er erst mal dort und Sie lassen ihn erst einmal in Ruhe. Immerhin muß er ja die Ortsveränderung erst einmal verarbeiten. Später können sie ihm den Rest der Wohnung zeigen.

4) Im Haus läuft der Hund nie mit Leine, es sei denn, man will gerade rausgehen. Beobachten Sie ihn die ersten Tage sehr gut. Er wird versuchen, seinen Platz in der Familie zu finden. Dabei geht es auch um die Rangordnung. Dominante Hunde pflegen auch im Haus dominant zu bleiben. Zurückhaltende Hunde zeigen die entgegengesetzte Reaktion. Zur Suche nach dem Platz in der Rangordnung gehört u.a. das Springen auf Betten, Sessel, Couch und Stühle. Ein Hund, der sehr hoch über dem Boden sitzt, hat im Rudel (die Familie ist Rudelersatz) eine hohe bis sehr hohe Stellung und alle haben dann nach seiner Pfeife zu tanzen. Meistens will man das aber gerade nicht. Es ist gar nicht so schwer, dieses Verhalten zu unterbinden. Da sich in den ersten Stunden und Tagen nach dem Eintreffen des neuen Hausgenossen viele Gewohnheiten entwickeln, ist der Hund in dieser Zeit sehr gut zu beobachten. Springt er z.B. auf das Bett, was er nicht soll, dann sollten Sie ihn nicht gewähren lasssen, weil das so niedlich aussieht und man ihm ja noch später das richtige Verhalten beibringen kann. Das ist falsch, denn wenn der Hund einmal eine Position erkämpft hat, gibt er diese nicht mehr so leicht frei. Springt er also auf’s Bett, wird er sofort angewiesen, wieder runter zu kommen. Ertappt man ihn beim ersten Mal, reicht nicht selten ein einfaches “nein” und vielleicht noch “komm wieder runter”, was man etwas energisch sagt. Das funktioniert, weil der Hund Sie ja noch nicht richtig kennt. Ist er unten, sollte er sofort gelobt werden. Aber nicht schon loben, wenn er noch auf dem Bett ist, denn dann denkt er, sein Springen auf das Bett war richtig. Beim nächsten Mal verbieten Sie ihm gleich den Sprungansatz. Das alles braucht viel, viel Geduld und Einfühlungsvermögen.

5) Der Stubentisch gehört dem Menschen, nicht dem Hund. Weder Betteln noch Klauen ist erlaubt. Also gleich von Anfang an gut aufpassen und sofort reagieren. Wichtig zu wissen, daß Ihre Reaktion sofort nach dem unerwünschten Handeln des Hundes erfolgen muß. Später und seien es nur vielleicht 10 s, hilft nichts mehr. Sofort ist sofort, ohne Kompromisse. Der Grund hierfür ist ganz einfach. Der Hund lebt absolut im jetzt. Alles was war, ist für ihn uninteressant.

6) Mit den Grundkommandos, wie “Sitz”, “Platz”, “Komm” usw. sollte man ebenfalls so früh wie möglich anfangen. Sobald der Hund, das tut, was man von ihm verlangt, kann man ihm ein Leckerlie geben, aber nicht erst zuwarten, sondern sofort nach richtigem Ausführen des Kommandos. Hunde tun in der Regel alles für etwas Leckeres zu fressen. Und vergessen Sie auf keinen Fall, ihren Hund zu loben, wenn er etwas richtig gemacht hat. Das kann ruhig überschwenglich sein. Wir selbst haben (fast) ausschließlich mit Lob gearbeitet und das hat hervorragend funktioniert. Kleinere und auch größere Fehler, die der Hund macht. die aber keine Bedeutung haben, übersieht man einfach und sagt gar nichts dazu. Er merkt sich dann sehr schnell, was der Mensch erwartet und wofür es ein Lob gibt. Die meisten Hunde sind für Lob und Streicheleinheiten sehr, sehr empfänglich.

Das waren nur ein paar wenige Tipps, die ihnen aber helfen sollten, zumindest das Wichtigste erst einmal richtig zu machen. Besorgen Sie sich ein Buch zu der Rasse Ihres Hundes, bei Mischlingen zu der am besten passenden Rasse. Beim Verlag “Bede” gibt es eine riesige Auswahl zu allen möglichen Rassen. Das jeweilige Buch enthält alles Wichtige zu Ihrem Hund. Wenn Sie dann immer noch Probleme haben, sollten Sie eine gute Hundeschule in Anspruch nehmen. Auch wenn diese Einrichtungen Hundeschulen heißen, lernen meistens die Menschen mehr als die Hunde. Also keine Scheu, noch mal zur Schule zu gehen.

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